Blähungen durch falsche Ernährung

Grundsätzlich steht das gesamte Thema Ernährung bei dem Thema Blähungen an oberster Stelle. Neben den meist angeborenen oder erworbenen Nahrungsmittelunverträglichkeiten spielen die Essgewohnheiten eine ebenso große Rolle wie die Nahrungsmittel selbst. Auch Zusatzstoffe in Lebensmitteln können erhebliche Magen- und Darmprobleme erzeugen. Der Geschmacksverstärker Glutamat kann extrem unverträglich sein, wenn die entsprechende Empfindlichkeit vorliegt.

Ballaststoffe und Rohkost sind oft die Verursacher der unbeliebten Blähungen. Denn nicht jeder Darm mag die Körner. Wer schlagartig Körnerkost und Zuckerreduzierung zur Ernährungsumstellung nimmt, kann bei vermehrter Zufuhr von Ballaststoffen und Rohkost Blähungen bekommen. Das betrifft besonders Kinder oder ältere Menschen und solche, die empfindlich im Darm sind. Wer dennoch nicht auf Ballaststoffe verzichten will, kann es mit den geschroteten Ballaststoffen in geringeren Mengen versuchen. Auch eine langsame Umstellung auf eine andere Ernährungsweise ist sinnvoll.

An dieser Stelle muss gesagt werden, dass der Mensch selbst der beste Arzt ist und eigentlich selbst in der Lage ist, festzustellen, ob ihm Nahrung bekommt oder nicht. Deshalb sollte die Eigenwahrnehmung trainiert werden, um solche Ursachen auszuschließen.

Jeder Verdauungsprozess erzeugt Gase im Darm, die normalerweise keine Beschwerden erzeugen. Gase werden unbemerkt über den Blutkreislauf in die Lungen transportiert und über die Atemluft ausgeschieden. Ist jedoch die Zusammensetzung der eingenommenen Nahrung nicht passend, so entwickeln sich zu viele Gase, die nicht mehr über den Blutkreislauf abtransportiert werden können. Diese machen Blähungen.

Bekannt ist dieser Vorgang bei Hülsenfrüchten. Dahinter stecken die als Rhamnose und Stachyose bezeichneten Zuckermoleküle, die bis zum Dickdarm transportiert werden müssen, um dort zersetzt zu werden. Daran ist die Darmflora aktiv beteiligt. Zwiebeln und Staudensellerie, Kohlarten und Knäckebrot, Eier und Sauerkraut sowie Wassermelonen haben einen hohen Anteil dieser Zuckermoleküle und können zu viele Gase erzeugen.

Sorbit in großen Mengen führt ebenfalls zu den unliebsamen Erscheinungen der Flatulenz. Der gaserzeugende Zuckeraustauschstoff in Softdrinks, Kaugummis oder Leckereien kann im Darm nicht aufgespalten werden und landet unverdaut im Dickdarm. Bakterien nutzen ihn als Lieferant ihrer Energien und die Wirkung dieser Stoffwechselvorgänge sind Gase.

Auch zu viel Fett in der Nahrung überfordert den Dünndarm und die Verdauungssäfte. Dadurch kommen Verdauungsreste in den Dickdarm, wo die Gase entstehen. Wer zu schnell und zu hastig isst, verpasst die wertvolle Arbeit der Verdauungsenzyme im Mund. Runter geschlungene Nahrung erreicht ebenfalls den Dickdarm und muss dort unter Gasbildung zersetzt werden. Die Folge sind Blähungen, Blähbauch und Völlegefühl.

Bei Blähungen kann eine Nahrungsumstellung auf blähungsarme Kost sinnvoll sein.